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  • Putin bombardiert die Ukraine. Trump klatscht Beifall.

    So ließe sich das Treffen von Putin und Trump in Alaska zusammmenfassen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, wie Trump Putin auf dem Flughafen empfangen hat: „Trump klatscht, ehe er ihm die Hand schüttelt und tätschelt.“

    https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/trump-putin-gipfel-ukraine-e569090

  • Verschont mich von der Wirklichkeit

    Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz am 08.08.2025 einen Exportstopp für bestimmte Rüstungsgüter nach Israel verkündet hat, schreibt sein Parteikollege Roderich Kiesewetter am gleichen Tag auf X:

    Einem Freund wie Israel vertraue ich, dass er die Waffen völkerrechtskonform einsetzt. Mit der Aussetzung unterminiert man deshalb quasi das Völkerrecht, indem Israels Recht zur Selbstverteidigung zumindest eingeschränkt wird.

    Zur Quelle auf X

    Bericht darüber in der Süddeutschen Zeitung

    Das Vorgehens Israels noch mit dem Wort „völkerrechtskonform“ zu verbinden ist ein Fall von Wirklichkeitsverleugnung. Oder von: Da will ich gar nicht so genau hinsehen. Oder von: Verschont mich von der Wirklichkeit.

    Die genaue Entsprechung zu dieser Wirklichkeitsverleugnung bietet der Bericht Denial accomplished. Israelis Can’t Be Moved by a Gaza Famine They Don’t Think Exists in der israelischen Tageszeitung Haaretz. Laut einer aktuellen Umfrage sind 79% der israelischen Juden „nicht so besorgt“ oder „überhaupt nicht besorgt“ („not so troubled“ or „not troubled at all“) über Berichte zum Leiden und Hunger der palästinensischen Bevölkerung in Gaza.

    Haaretz kommentiert:

    „Diese traurige Statistik ist genau das, was die Regierung will: Wie können Israelis besorgt sein von etwas, das sie nicht glauben wollen, oder von etwas, das zu glauben ihnen verboten wurde?“ (Übersetzung: M.Lohrer)

    Im Original Englisch: „This sad statistic is precisely what the government wants: How can Israelis be troubled by something they’ve either chosen not to believe, or aren’t allowed to?“

  • Die Bedeutung des Regenbogens

    Was bedeutet eigentlich der Regenbogen auf Fahnen, Schirmen und anderswo?

    Die Regenbogen bedeutet drei Dinge:

    1. Ich akzeptiere mich selbst so wie ich bin.
    2. Ich lasse mir nichts aufdrängen, was nicht zu mir passt.
    3. Wenn andere Leute anders sind, dann lasse ich sie wie sie sind.

    Dabei entsteht eine gewisse Vielfalt. Der Regenbogen stellt diese Buntheit dar.

    Regenbogenschrim
  • Holocaust-Forscher Omer Bartov zum Thema Israel/Palästina

    Endlich mal ein gescheiter Beitrag zum Thema Israel/Palästina: Ein Interview mit dem Holocaust-Forscher Omer Bartov.

    Hier sagt er unter anderem:

    Das Wichtigste, was die deutsche Öffentlichkeit verstehen muss, ist, dass Kritik an den aktuellen politischen Maßnahmen Israels nicht anti-israelisch, nicht anti-zionistisch und sicherlich nicht antisemitisch ist.

    Von Omer Bartov ist in einer aktualisierten Auflage erschienen:

    Genozid, Holocaust und Israel-Palästina. Geschichte im Selbstzeugnis

  • Beim Lesen von …

    Beim Lesen von Czesław Miłosz „Verführtes Denken“, Seite 208:

    „Wer eine Millionenstadt in Schutt und Asche gesehen hat, kilometerlange „Straßen“, in denen keine Spur von Leben erhalten geblieben ist, keine Katze, nicht einmal ein herrenloser Hund, der konnte nur mit Ironie an die Beschreibungen der „Großstadthöllle“ denken, wie sie bei den modernen Dichtern zu finden sind – in Wirklichkeit Beschreibungen der Hölle in ihrer eigenen Seele. Das wahre „Unfruchbare Land“ ist viel schrecklicher als das erdachte.“

    Mir fallen die Bilder aus dem zerstörten Gaza-Streifen ein, endlose Straßen voller Trümmer.

    Die Balkontür steht offen. Von der Baustelle dringen Stimmen. Ich gehe auf den Balkon und blicke nach unten, sehe die freigelegten Rohre in der Straße. Zwei Bauarbeiter stehen nebeneinander, blicken in die offene Baugrube und diskutieren miteinander. Der eine zeigt auf die freigelegten Rohre und sagt mit einem fremdländischen Akzent in der Stimme zum anderen: „Hier muss dieses T-Stück rein.“

    Ich begreife, dass ich im Paradies lebe.